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Femmes & Sciences und das CNRS haben „La Science Taille XXElles“ ins Leben gerufen – mehrere Ausstellungen mit Porträts von Wissenschaftlerinnen, um deren Sichtbarkeit zu stärken und jungen Mädchen weibliche Vorbilder aufzuzeigen. Anlässlich der Ausweitung der Ausstellung nach Deutschland werden Auszüge der Ausstellung präsentiert. Entdecken Sie alle Porträts in der Französischen Botschaft in Deutschland bis zum 15. März 2026 sowie im Institut Français München vom 18. März bis zum 10. April 2026!

[Porträt 10 – Anke Brock, Dozentin und Forscherin der Informatik]

Um das Porträt auf Französisch zu lesen: https://www.femmesetsciences.fr/la-science-taille-xx-elles/anke-brock

Anke Brock ist Dozentin und Forscherin der Informatik an der Hochschule für Zivile Luftfahrt ENAC in Toulouse und forscht im Bereich der „Mensch-Maschine-Interaktion“. An diesem Thema arbeitete sie zunächst als Forschungsingenieurin im Automobilbereich bei Bosch, schrieb dann ihre Doktorarbeit und schlug eine Karriere in der Forschung ein.

Der Forschungsbereich der „Mensch-Maschine-Interaktion“ (Human-Machine Interaction) gehört zur Informatik. Einerseits geht es darum, die Erfahrungen der Menschen im Umgang mit Technologie zu beobachten, zu analysieren und auszuwerten. Andererseits werden zukünftige interaktive Technologien entworfen. Der Bereich überschneidet sich mit denen der Kognitionswissenschaften, der Ergonomie und dem Design. Anke Brock widmet sich im Besonderen der Entwicklung fortgeschrittener Navigationssysteme und Orientierungshilfen, die auf neuen Technologien beruhen.

Ein Thema liegt ihr dabei seit mehreren Jahren besonders am Herzen: Landkarten für blinde und sehbehinderte Personen zugänglich zu machen. Sich in unbekanntem Gebiet zu orientieren ist ohne Sehvermögen schwierig und barrierefreie Karten können dabei helfen. Während ihrer Zeit am Forschungsinstitut für Informatik in Toulouse (IRIT – CNRS; Université Toulouse Capitole; Université Toulouse – Jean Jaurès; Université Toulouse III – Paul Sabatier; INP Toulouse) und später am französischen Forschungsinstitut für Informatik und Automatik INRIA entwarf und entwickelte Anke Brock interaktive Karten auf Basis von Technologien wie Touchscreens, 3D-Druck und Augmented Reality. Diese Systeme können geografische Informationen durch audio-taktiles Feedback wiedergeben. Anke Brock beteiligt Sehbehinderte an ihrer Forschung. Im Rahmen eines europäischen Projekts arbeitet sie derzeit mit Sonderschulen in Frankreich, Griechenland und Rumänien zusammen.

Seit kurzem entwickelt sie an der ENAC drohnenbasierte Navigationssysteme, da Drohnen immer häufiger eingesetzt werden und in den kommenden Jahren voraussichtlich noch mehr genutzt werden. In Zusammenarbeit mit einer französischen Kollegin in Israel hat sie einen Projektor auf einer Drohne montiert. Das System kann Landkarten und Navigationsanweisungen auf den Boden projizieren, um die Anwender*innen so zu leiten.

Die junge Forscherin forscht mit Leidenschaft an Themen, die mehrere Disziplinen umfassen und die neuesten Technologien einbeziehen, wobei sie sich ganz in den Dienst der Menschheit stellt.

Bildnachweis: Vincent Moncorgé

Übersetzungsnachweis: Übersetzer der Französischen Botschaft in Deutschland, Robert Balcke, Philippe Barbier, Hannah Hahn, Gilles Kirschke-Dréan, Jana Ulbricht.

Redaktion: SST, Noela Müller
Aktualisierung: 04/03/2026