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Femmes & Sciences und das CNRS haben „La Science Taille XXElles“ ins Leben gerufen – mehrere Ausstellungen mit Porträts von Wissenschaftlerinnen, um deren Sichtbarkeit zu stärken und jungen Mädchen weibliche Vorbilder aufzuzeigen. Anlässlich der Ausweitung der Ausstellung nach Deutschland werden Auszüge der Ausstellung präsentiert. Entdecken Sie alle Porträts in der Französischen Botschaft in Deutschland bis zum 15. März 2026 sowie im Institut Français München vom 18. März bis zum 10. April 2026!

[Porträt 15 – Aoife Bharucha, Physikerin]

Um das Porträt auf Französisch zu lesen: https://www.femmesetsciences.fr/la-science-taille-xx-elles/aoife-bharucha

Aoife Bharucha ist Forschungsbeauftragte des CNRS beim Zentrum für Theoretische Physik Marseille (CPT) (Aix-Marseille Université/CNRS/Université de Toulon). Sie forscht an Elementarteilchen im Universum und deren Interaktion. Aoife Bharucha ist die Gründerin einer Forschungsgruppe am CNRS, an der sich etwa 100 Forscher*innen beteiligen und die mit ihrer Arbeit über die Intensitätsgrenze die Neue Physik ergründen will.

Schon früh spürte Aoife Bharucha, dass die Physik ihre Berufung ist: „Als ich ungefähr 16 Jahre alt war, habe ich bei einer Ausstellung in meinem Gymnasium ein Comic-Heft über die Relativitätstheorie gefunden. Das war das Coolste, was ich je gesehen hatte. An diesem Tag habe ich entschieden, dass ich Physikerin werde.“

Heute versucht Aoife Bharucha ein grundlegendes Materienphänomen zu verstehen, das mit dem Standardmodell der Physik bisher nicht erklärt werden konnte: das Phänomen der Dunklen Materie. Dunkle Materie interagiert sehr selten mit normaler Materie und ist deshalb so schwer auszumachen. Um das Phänomen zu verstehen, zielen Aoife Bharuchas Forschungsarbeiten darauf ab, ein Modell mit neuen Teilchen zu entwickeln und zu berechnen, wie die Teilchen bei den Versuchen, die teilweise am CERN in Genf durchgeführt werden, aufgespürt werden könnten.

Im Alter von 12 Jahren ist sie mit ihrer Familie von London nach Mumbai in Indien ausgewandert, hat in England studiert und in Deutschland gelebt und arbeitet heute tagtäglich mit Forschungsteams aus Frankreich, Deutschland, Indien, und Brasilien zusammen. Sie arbeitet eng mit Versuchsleiter*innen zusammen, um sicherzugehen, dass sie die Versuchsergebnisse richtig interpretiert. Bei ihrer „Arbeit geht es schließlich darum, Fragen ohne Antworten zu lösen.“

„Der sehr niedrige Frauenanteil in der Theoretischen Physik ist meiner Meinung nach eine Folge von gesellschaftlichen Vorurteilen. Das müssen wir ändern und gegen sexistische Vorurteile bereits im Grundschulalter vorgehen.“ Aoife Bharucha spricht gerne mit jungen Menschen über ihren Werdegang und ihre Erfahrung und nimmt regelmäßig an Veranstaltungen, Workshops, Wissenschafts-Cafés und Konferenzen teil.

Bildnachweis: Vincent Moncorgé

Übersetzungsnachweis: Übersetzer der Französischen Botschaft in Deutschland, Robert Balcke, Philippe Barbier, Hannah Hahn, Gilles Kirschke-Dréan, Jana Ulbricht.

Redaktion: SST, Noela Müller
Aktualisierung: 05/03/2026