Femmes & Sciences und das CNRS haben „La Science Taille XXElles“ ins Leben gerufen – mehrere Ausstellungen mit Porträts von Wissenschaftlerinnen, um deren Sichtbarkeit zu stärken und jungen Mädchen weibliche Vorbilder aufzuzeigen. Anlässlich der Ausweitung der Ausstellung nach Deutschland werden Auszüge der Ausstellung präsentiert. Entdecken Sie alle Porträts in der Französischen Botschaft in Deutschland bis zum 15. März 2026 sowie im Institut Français München vom 18. März bis zum 10. April 2026!
[Porträt 11 – Catherine Jeandel, Ozeanologin/Forscherin am CNRS]
Um das Porträt auf Französisch zu lesen: https://www.femmesetsciences.fr/la-science-taille-xx-elles/catherine-jeandel
Catherine Jeandel ist Geochemikerin und Ozeanologin. Sie ist Forschungsleiterin am CNRS und arbeitet gleichzeitig beim Labor für Geophysik und ozeanographische Fernerkundung (LEGOS/OMP – CNRS, Université Toulouse III -Paul Sabatier, IRD, CNES). Schon früh lernte Catherine Jeandel die Meeresumwelt an der Nordküste der Bretagne kennen. Trotz ihrer Abneigung gegen die Mathematik verfolgte sie ihren Kindheitstraum, Ozeanologin zu werden. Vom literarischen Schwerpunkt in der Oberstufe zum naturwissenschaftlichen Schwerpunkt in einer Classe préparatoire blieb sie beharrlich bei diesem Ziel. Ihre Promotion und ihr Postdoc absolvierte sie im Bereich der marinen Geochemie ̶ zu einer Zeit, als die Meereschemie noch in den Kinderschuhen steckte. 1981 wurde sie Teil des CNRS.
Aufgrund ihres Interesses für alle physikalischen, biologischen und chemischen Facetten der Meere wurde sie Geochemikerin der Ozeanologie. Seitdem bereist sie sämtliche Meere unseres Planeten und erforscht ihre Tiefen, um unser Verständnis für diese riesigen und komplexen Systeme zu verbessern. Ihre große Leidenschaft für ihr Forschungsobjekt erklärt zweifelsohne, warum sie ihre Erkenntnisse so gerne teilt, aber auch, warum sie stets vor den Gefahren warnt, die für unsere Umwelt bestehen.
In ihrem Arbeitsalltag erstellt Catherine Jeandel Projektanträge, um Förderung für Forschungsprojekte auf See zu erhalten. Dann geht sie mit etwa 40 Kolleg*innen für zwei Monate an Bord und nimmt Wasser- und Teilchenproben, bringt sie ins Labor, extrahiert Spurenelemente chemisch unter Reinraumbedingungen, um sie zu vor Staub zu schützen. Anschließend analysiert sie sie mit einem Massenspektrometer, interpretiert die Messungen, schreibt Artikel, bildet Masterstudierende und Promovierende aus und arbeitet vor allem auf globaler Ebene mit anderen Forschenden zusammen. Der Ozean ist so groß, dass er in internationaler Zusammenarbeit erforscht werden muss, denn es ist wissenschaftlich undenkbar, ganze Gebiete unerforscht zu lassen! Derzeit ist sie eine der Koordinator*innen eines globalen Projektes zur geochemischen Erforschung der Meere mit dem Titel GEOTRACES.
Catherine Jeandel engagiert sich sehr für die Verbreitung der Wissenschaftskultur und war eine der Toulouser Initiator*innen des Projekts „Klimazug“, der anlässlich der COP21 im Jahr 2015 quer durch Frankreich fuhr. Sie nahm selbst an diesem großartigen Abenteuer teil, um das wissenschaftliche Wissen in ganz Frankreich zu teilen. 1992 wurde sie mit der Bronzemedaille des CNRS ausgezeichnet.
Bildnachweis: Vincent Moncorgé
Übersetzungsnachweis: Übersetzer der Französischen Botschaft in Deutschland, Robert Balcke, Philippe Barbier, Hannah Hahn, Gilles Kirschke-Dréan, Jana Ulbricht.
Redaktion: SST, Noela Müller
Aktualisierung: 05/03/2026
