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Femmes & Sciences und das CNRS haben „La Science Taille XXElles“ ins Leben gerufen – mehrere Ausstellungen mit Porträts von Wissenschaftlerinnen, um deren Sichtbarkeit zu stärken und jungen Mädchen weibliche Vorbilder aufzuzeigen. Anlässlich der Ausweitung der Ausstellung nach Deutschland werden Auszüge der Ausstellung präsentiert. Entdecken Sie alle Porträts in der Französischen Botschaft in Deutschland bis zum 15. März 2026 sowie im Institut Français München vom 18. März bis zum 10. April 2026!

[Porträt 16 – Émilie Capron, Paläoklimatologin]

Um das Porträt auf Französisch zu lesen: https://www.femmesetsciences.fr/la-science-taille-xx-elles/%C3%A9milie-capron

Émilie Capron ist Forschungsbeautragte des CNRS am Institut des géosciences de l’environnement (IGE – CNRS / IRD / UGA – Grenoble INP-UGA). Ausgehend von der Analyse polarer Eisbohrproben untersucht sie das Klima der Vergangenheit.

Vor zehn Jahren verbrachte Émilie Capron mit sechs weiteren Personen freiwillig 60 Tage in einem abgeschiedenen Camp in der Antarktis, um sich an der Gewinnung von Eisbohrkernen zu beteiligen. Seitdem ist sie sich bewusst, welches Glück sie hat, diesen Beruf auszuüben. Er ermöglicht ihr auf wissenschaftlicher und menschlicher Ebene einzigartige Erfahrungen an einem der faszinierendsten Orte der Erde! Dabei deutete für sie als Jugendliche kaum etwas auf diese Zukunft hin, denn ein Physiklehrer am Lycée riet ihr dringend davon ab, einen Studiengang im Bereich der Wissenschaft zu wählen. Damals wollte sie Grundschullehrerin werden. Doch an der Universität sollte es durch ihre Freude am Lernen, ihre Entdeckung des Bereichs der Paläoklimatologie und ihre Begegnung mit zwei leidenschaftlichen Forscherinnen in den Klimawissenschaften, den späteren Betreuerinnen ihrer Doktorarbeit, anders kommen!

Émilie Capron führt ein von der Initiative „Make Our Planet Great Again” finanziertes Forschungsprojekt durch. Ziel ist es, die Entwicklung des Klimas und der CO2-Konzentration in der Atmosphäre während vergangener Zeitalter nachzuvollziehen, die von einer polaren Erwärmung geprägt waren, deren Ausmaß jenem nahekommt, das für das Ende des Jahrhunderts vorhergesagt wird. Dazu analysiert sie geochemische Daten, die aus dem Eis und der in den antarktischen Eisbohrkernen gefangenen Luft stammen, und verknüpft sie anschließend mit verschiedenen Klima‑ und Umweltparametern. Ihre Daten ermöglichen ein besseres Verständnis des Einflusses eines warmen Klimas auf die Polkappen und dienen als Prüfstände zur Bewertung der Klimamodelle, die für künftige Klimaprojektionen verwendet werden.

„Als Mutter, die ihre Karriere zwischen Frankreich und dem Ausland aufgebaut hat und mehrmals zum Arbeiten nach Grönland und in die Antarktis gegangen ist, möchte ich das Stereotyp des alten, wirren und in seinem Labor isolierten Forschers aufbrechen und Mädchen dazu anregen, wissenschaftliche Laufbahnen einzuschlagen. Unsere Gesellschaft für die mit dem gegenwärtigen und künftigen Klimawandel verbundenen Problematiken zu sensibilisieren ist ebenso von wesentlicher Bedeutung. Als Forscherin im Bereich der Klimawissenschaften bin ich der Ansicht, dass es in meiner Verantwortung liegt, mein Wissen mit der Öffentlichkeit und insbesondere der jungen Generation zu teilen.“

Bildnachweis: Vincent Moncorgé

Übersetzungsnachweis: Übersetzer der Französischen Botschaft in Deutschland, Robert Balcke, Philippe Barbier, Hannah Hahn, Gilles Kirschke-Dréan, Jana Ulbricht.

Redaktion: SST, Noela Müller
Aktualisierung: 05/03/2026