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Femmes & Sciences und das CNRS haben „La Science Taille XXElles“ ins Leben gerufen – mehrere Ausstellungen mit Porträts von Wissenschaftlerinnen, um deren Sichtbarkeit zu stärken und jungen Mädchen weibliche Vorbilder aufzuzeigen. Anlässlich der Ausweitung der Ausstellung nach Deutschland werden Auszüge der Ausstellung präsentiert. Entdecken Sie alle Porträts in der Französischen Botschaft in Deutschland bis zum 15. März 2026 sowie im Institut Français München vom 18. März bis zum 10. April 2026!

[Porträt 9 – Magalie Tournus, Mathematikerin]

Um das Porträt auf Französisch zu lesen: https://www.femmesetsciences.fr/la-science-taille-xx-elles/magali-tournus

Magali Tournus ist Dozentin an der Ingenieurhochschule Centrale Méditerranée, wo sie Kurse leitet und am Institut de mathématiques de Marseille (I2M) (Centrale Méditerranée / Aix-Marseille Université / CNRS) forscht. Zwei Jahre lang arbeitete sie in den USA und anschließend in Spanien, ehe sie an ihr aktuelles Forschungsinstitut kam.

Schon im ganz jungen Alter begeisterte sich Magali Tournus für Mathematik und Erzählungen von wissenschaftlichen Abenteuern. Für sie liegt einer der Reichtümer der Mathematik darin, wissenschaftliche Fragen aus Bereichen aufgreifen zu können, die sehr verschieden erscheinen können, und deren Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. „Wenn man dem Faden einer Gleichung folgt, kann man sehr erstaunliche Gefilde erkunden“, meint sie voller Begeisterung. Heute studiert sie die Gleichungen, die Populationen beschreiben, deren Individuen wachsen und sich teilen. Dies geschieht zum Beispiel bei einer Population von Zellen, die größer werden und sich zweiteilen, oder einem Bestand von Steinen verschiedener Größe in einem Schredder. Ein Anwendungsfeld ist die Entwicklung eines behandelten Krebstumors, der aus zwei Typen von Zellen besteht: jenen, die der Behandlung widerstehen, und den anderen.

Zuletzt befassten sich Magali Tournus und ein Team von Biophysikern mit neurodegenerativen Erkrankungen (Alzheimer, Parkinson, Prionerkrankungen usw.). Sie konnten die Verhaltensunterschiede zwischen Proteinfasern, die diese Erkrankungen auslösen, und jenen, die dies nicht tun, ermitteln. Diese Arbeiten finden unter dem Einsatz von hochmodernen mathematischen Analyseinstrumenten statt und zeigen, dass die Fasern, die Erkrankungen auslösen, eine deutlich größere mechanische Fragilität aufweisen und leichter reißen als die anderen Fasern. Von diesen Erkenntnissen könnten sich Ärzte bei der Prävention oder Heilung dieser Erkrankungen leiten lassen. „Mathematik zu machen bedeutet für mich, die Welt zu modellieren, um sie zu verstehen, Vorhersagen zu treffen und so intelligent wie möglich zu entscheiden, sowohl in der Medizin als auch in anderen Bereichen“, erklärt Magali Tournus.

Sie nimmt an Wissenschaftscamps teil, die sich an Gymnasiastinnen mit einer Leidenschaft für Mathematik richten: „Ich bin überzeugt, dass der Zugang zur Mathematik wenige Mittel erfordert: ein Blatt Papier und ein Bleistift, um loszulegen, und schon kann euch das Abenteuer ganz weit bringen!“

Bildnachweis: Vincent Moncorgé

Übersetzungsnachweis: Übersetzer der Französischen Botschaft in Deutschland, Robert Balcke, Philippe Barbier, Hannah Hahn, Gilles Kirschke-Dréan, Jana Ulbricht.

Redaktion: SST, Noela Müller
Aktualisierung: 04/03/2026