Femmes & Sciences und das CNRS haben „La Science Taille XXElles“ ins Leben gerufen – mehrere Ausstellungen mit Porträts von Wissenschaftlerinnen, um deren Sichtbarkeit zu stärken und jungen Mädchen weibliche Vorbilder aufzuzeigen. Anlässlich der Ausweitung der Ausstellung nach Deutschland werden Auszüge der Ausstellung präsentiert. Entdecken Sie alle Porträts in der Französischen Botschaft in Deutschland bis zum 15. März 2026 sowie im Institut Français München vom 18. März bis zum 10. April 2026!
[Porträt 18 – Anke Brock, Séverine Moune, Vulkanologin]
Um das Porträt auf Französisch zu lesen: https://www.rhone-auvergne.cnrs.fr/fr/personne/severine-moune
Séverine Moune ist Geophysikerin mit Schwerpunkt Vulkanologie am Laboratoire Magmas et Volcans (ein gemeinsames Labor von IRD, UCA und CNRS am Observatoire de Physique du Globe in Clermont-Ferrand). Diese weltenbummelnde Wissenschaftlerin begeistert sich für die Erforschung vulkanischer Gase.
An eine Familienreise nach Yellowstone in den Vereinigten Staaten erinnert sich Séverine Moune noch lebhaft: Dort entstand ihre Leidenschaft für die Geowissenschaften. Die Geysire, der betörende Geruch vulkanischer Gase, die farbenprächtigen Becken und die bis zu 90 Meter hohen dampfenden Wasserfontänen – all das hinterließ einen bleibenden Eindruck. Für die 18-Jährige war es wie eine innere Eruption. Ihr Entschluss stand fest: Sie wollte Vulkane erforschen.
Dabei hatte zunächst nichts darauf hingedeutet, dass diese junge Frau, die am Fuße der Pyrenäen weit entfernt von einer Universität aufgewachsen war, eine wissenschaftliche Karriere einschlagen würde. Nach einem ersten Jahr Physikstudium und einem Bachelor-Abschluss in Geowissenschaften in Toulouse folgte die Studentin ihrer Leidenschaft für Vulkane. Sie verließ die „rosarote Stadt” und zog nach Clermont-Ferrand, um ihre Ausbildung am Laboratoire Magmas et Volcans (UMR 6524, CNRS – UMR 163, IRD und UCA) fortzusetzen. Dort widmete sie sich dem Ausgasungsprozess von Vulkanen, ein Thema, das auch im Mittelpunkt ihrer Doktorarbeit stand. Im Rahmen ihrer Promotion befasste sie sich mit zwei sehr unterschiedlichen aktiven Vulkanen: der Hekla in Island mit explosiven Ausbrüchen und dem Masaya in Nicaragua mit anhaltender passiver Ausgasung. Anschließend forschte sie am Institut für Mineralogie in Hannover, bevor sie eine unbefristete Stelle als Lehr- und Forschungsbeauftragte am Laboratoire Magmas et Volcans erhielt. Séverine Moune, die mittlerweile Geophysikerin mit Schwerpunkt Vulkanologie ist, reist regelmäßig rund um den Globus – nach Mittel- und Lateinamerika, Kanada, Island, in die Kleinen Antillen, nach La Réunion oder Neuseeland –, um vulkanische Gase zu entnehmen und Proben ins Labor zu bringen. Die Erforschung dieser Gase – vom tiefen Magma bis zur Oberfläche – ist von entscheidender Bedeutung, da sie Hinweise auf die Art und Stärke eines möglichen Ausbruchs gibt. Diese Gase beeinflussen gleichzeitig die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre – mit Auswirkungen auf das Klima und die Gesundheit der in der Nähe des Vulkans lebenden Menschen. Darüber hinaus hat die begeisterte Wissenschaftlerin die Aufgabe, die Vulkanaktivität in Frankreich und seinen Überseegebieten zu überwachen – insbesondere die der Soufrière auf Guadeloupe. Durch die Analyse der Zusammensetzung der Vulkangase versucht sie, mögliche Anzeichen einer Reaktivierung oder eines bevorstehenden Ausbruchs zu erkennen. „Ich habe das Gefühl, mehrere Berufe auf einmal auszuüben – das ist unglaublich spannend!“, sagt sie.
Séverine Moune ist Geophysikerin mit Schwerpunkt Vulkanologie, Lehrbeauftragte, war stellvertretende Leiterin des Observatoire volcanologique et sismologique de Guadeloupe von 2018 bis 2021 und ist sogar Herausgeberin. Als Mitherausgeberin einer Sonderausgabe der international renommierten Fachzeitschrift „Women in Science: Volcanology” (2022) wollte Moune die Leistung von Frauen in der Wissenschaft sichtbar machen. „Als Mutter von zwei Kindern um die Welt zu reisen und als Wissenschaftlerin tätig zu sein, ist nicht immer einfach”, räumt sie ein. „Aber ich freue mich, zeigen zu können, dass sich mein Beruf mit einem Familienleben vereinbaren lässt. Eine Frau zu sein, war für meine akademische Laufbahn und meine berufliche Entwicklung nie ein Hindernis.”
Bildnachweis: Vincent Moncorgé
Übersetzungsnachweis: Übersetzer der Französischen Botschaft in Deutschland, Robert Balcke, Philippe Barbier, Hannah Hahn, Gilles Kirschke-Dréan, Jana Ulbricht.
Redaktion: SST, Noela Müller
Aktualisierung: 05/03/2026
