Femmes & Sciences und das CNRS haben „La Science Taille XXElles“ ins Leben gerufen – mehrere Ausstellungen mit Porträts von Wissenschaftlerinnen, um deren Sichtbarkeit zu stärken und jungen Mädchen weibliche Vorbilder aufzuzeigen. Anlässlich der Ausweitung der Ausstellung nach Deutschland werden Auszüge der Ausstellung präsentiert. Entdecken Sie alle Porträts in der Französischen Botschaft in Deutschland bis zum 15. März 2026 sowie im Institut Français München vom 18. März bis zum 10. April 2026!
[Porträt 14 – Valérie Laval Lévêque, Strahlenschutzexpertin]
Um das Porträt auf Französisch zu lesen: https://www.femmesetsciences.fr/la-science-taille-xx-elles/val%C3%A9rie-laval-l%C3%A9v%C3%AAque
Valérie Laval Lévêque ist Technikerin beim Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA) und arbeitet im Laboratoire d’analyses nucléaires et de surveillance de l’environnement (LANSE) in Cadarache. Sie entnimmt Proben, um die möglichen Auswirkungen der Aktivitäten des CEA-Standorts in Cadarache auf die Umwelt zu erfassen. Parallel sorgt sie für den Strahlenschutz im Labor.
Obwohl Valérie Laval Lévêque nicht Radioaktivität studiert hat, ließ sie sich davon nicht abschrecken – im Gegenteil: „Das war ein etwas geheimnisvolles Gebiet“, sagt sie rückblickend. 1991 begann sie ihre Karriere am CEA-Standort in Saclay als Experimentatorin für Brennstäbe am Versuchsreaktor Osiris. Diese rund 4 Meter langen Rohre enthalten Materialien, die im Reaktorkern Energie erzeugen. Ihre Aufgabe war es, verschiedene Untersuchungen durchzuführen, um zu ermitteln, ob diese Brennstäbe länger eingesetzt werden können.
Später wechselte Valérie Laval Lévêque zum CEA-Standort in Cadarache, um dort am Versuchsreaktor Éole zu arbeiten. 1996 wurde sie zur ersten Reaktorfahrerin Frankreichs. „Die erste Frau in diesem Beruf zu sein, war schon ein seltsames Gefühl, aber ich frage mich bis heute: Warum gab es vor mir keine andere?“ Anschließend richtete sie ein Chemielabor zur Analyse des Reaktorkühlwassers ein – eine Tätigkeit, bei der sie die im Rahmen ihres Studiums erworbenen Kenntnisse einbringen konnte. Heute entnimmt und untersucht sie Proben aus Luft, Wasser, Thymian, Milch oder Gemüse, um die Auswirkungen der CEA-Aktivität auf die Umwelt zu erfassen.
Valérie Laval Lévêque möchte durch Workshops und Begegnungen mit Schülern zeigen, dass „Wissenschaft nicht kompliziert ist“. Ihr Werdegang beweist, dass man kein jahrelanges Studium braucht, um in der Wissenschaft zu arbeiten. „Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, mit Menschen, die an mich geglaubt haben – und an die ich geglaubt habe”, sagt sie. Mit ihrer neuen Position eröffnen sich ihr neue Horizonte: „Atomkraft und Umweltschutz mögen auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinen – aber in Wahrheit ist das überhaupt nicht der Fall!”
Bildnachweis: Vincent Moncorgé
Übersetzungsnachweis: Übersetzer der Französischen Botschaft in Deutschland, Robert Balcke, Philippe Barbier, Hannah Hahn, Gilles Kirschke-Dréan, Jana Ulbricht.
Redaktion: SST, Noela Müller
Aktualisierung: 05/03/2026
